Rechtsanwalt
MMag. Wolfgang Ebner

Diebstahl, Einbruch, Raub

Rechtsanwalt MMag. Wolfgang Ebner in Wien vertritt Sie bei Polizei und Gericht in Verfahren wegen Diebstahls, Einbruchdiebstahls oder Raub.

Im Folgenenden finden Sie einen groben Überblick zu den einzelnen Straftatbeständen. Wenn Ihnen Diebstahl, Raub oder ein anderes Delikt vorgeworfen wird, kontaktieren Sie mich einfach wegen eines Beratungstermins.

In dringenden Fällen bin ich ständig erreichbar:
0664/919 40 92.

Diebstahl (§ 127 StGB)

Einen Diebstahl begeht, wer einem anderen eine Sache wegnimmt. Das ist das Grunddelikt. Es ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder mit einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen bedroht.


Schwerer Diebstahl (§ 128 StGB)

Der Strafrahmen reicht bis zu 3 Jahren, wenn der Diebstahl unter folgenden Umständen begangen wird:

  • während einer Feuersbrunst, einer Überschwemmung oder einer allgemeinen oder doch dem Bestohlenen zugestoßenen Bedrängnis oder unter Ausnützung eines Zustands des Bestohlenen, der ihn hilflos macht,
  • in einem der Religionsübung dienenden Raum oder an einer Sache, die dem Gottesdienst oder der Verehrung durch eine im Inland bestehende Kirche oder Religionsgesellschaft gewidmet ist,
  • an einer Sache von allgemein anerkanntem wissenschaftlichem, volkskundlichem, künstlerischem oder geschichtlichem Wert, die sich in einer allgemein zugänglichen Sammlung oder sonst an einem solchen Ort oder in einem öffentlichen Gebäude befindet,
  • an einem wesentlichen Bestandteil der kritischen Infrastruktur Einrichtungen, (Einrichtungen, die eine wesentliche Bedeutung für wichtige öffentliche Bereich haben, wie öffentlichen Sicherheit, Landesverteidigung, öffentlicher Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheitswesen, Wasser- und Energieversorgung, öffentlichen Verkehr etc. haben.) oder
  • an einer Sache, deren Wert 5 000 Euro übersteigt.

Bei einem Diebstahl einer Sache im Wert von über 300.000 Euro reicht der Strafrahmen von 1 bis zu 10 Jahren.


Diebstahl mit durch Einbruch oder mit Waffen (§ 129 StGB)

Bei einem Einbruchsdiebstahl reicht der Strafrahmen bis zu 3 Jahren. Einen Einbruch begeht, wer

  • in ein Gebäude, in ein Transportmittel, einen Lagerplatz oder sonst in einen anderen umschlossenen Raum einbricht, einsteigt, mit einem nachgemachten oder widerrechtlich erlangten Schlüssel, einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug oder einem widerrechtlich erlangten Zugangscode eindringt,
  • ein Behältnis aufbricht oder mit einem anderen verbotene Mittel öffnet,
  • eine Sperrvorrichtung aufbricht oder mit einem anderen verbotenen Mittel öffnet oder
  • eine Zugangssperre elektronisch außer Kraft setzt.

Mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren wird bestraft, wer

  • einen Einbruchsdiebstahl in eine Wohnstätte begeht
  • einen Diebstahl mit einer Waffe begeht oder ein anderer Beteiligter (mit seinem Wissen) eine Waffe mit sich führt, um den Wiederstand zu überwinden oder zu verhindern.

Gewerbsmäßiger Diebstahl oder Diebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung (§ 130 StGB)

Wird der Diebstahl gewerbsmäßig oder als Mitglied einer kriminellen Vereinigung (unter Mitwirkung eines anderen Mitglieds dieser Vereinigung), so reicht der Strafrahmen bis zu 3 Jahren.

Gewerbsmäßig ist der Diebstahl dann, wenn jemand beabsichtigt, durch wiederkehrende Begehung längere Zeit hindurch ein nicht bloß geringfügiges fortlaufendes Einkommen (durchschnittlich mindestens 400 Euro monatlich) zu verschaffen und entweder besondere Fähigkeiten und Mittel anwendet oder zwei Diebstähle bereits geplant hat oder zwei Diebstähle bereits begangen hat oder wegen einem Diebstahl bereits verurteilt wurde.

Bei einem schweren Diebstahl (sofern der Wert der Gestohlenen Sache nicht 300.000 Euro übersteigt), einem Einbruchsdiebstahl reicht der Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren.

Wird ein Einbruchsdiebstahl in eine Wohnstätte, ein Diebstahl mit Waffen oder übersteigt der Wert der gestohlenen Sache über 300.000 Euro, dann beträgt das Strafausmaß für einen gewerbsmäßigen Diebstahl oder einen Diebstahl im Rahmen einer kriminellen Organisation 1 bis 10 Jahre.


Räuberischer Diebstahl (§ 131 StGB)

Einen räuberischen Diebstahl begeht, wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat ertappt wird, Gewalt gegen eine Person anwendet oder sie mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben bedroht, um sich oder einem Dritten die weggenommene Sache zu erhalten. Der Strafrahmen beträgt 6 Monate bis 5 Jahre.

Beispiel: Der von einem Kaufhausdetektiv ertappte Ladendieb, schlägt diesen nieder, um sich die Beute zu erhalten.

Hat die Gewaltanwendung eine Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen oder den Tod eines Menschen zur Folge, beträgt der Strafrahmen zwischen 5 und 15 Jahre.


Entziehung von Energie (§ 132 StGB)

Dieses Delikt begeht, wer mit Bereicherungsvorsatz aus einer Anlage, die der Gewinnung, Umformung, Zuführung oder Speicherung von Energie dient, Energie entzieht. Der Strafrahmen liegt bei einer Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen.

Wer Energie entzieht, deren Wert 5.000 Euro übersteigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren, wer Energie im Wert von mehr als 300.000 Euro entzieht, mit Freiheitsstrafe von 1 bis zu 10 Jahren zu bestrafen.


Unterschlagung (§ 134 StGB)

Eine Unterschlagung begeht, wer sich eine fremde Sache vorsätzlich mit Bereicherungsvorsatz aneignet, die er zuerst gefunden hat oder durch Irrtum des Opfers übertragen wurde oder ohne sein Zutun in seinen Verfügungsbereich gerät.

Beispiele: Eine gefundene Sache wird nicht herausgegeben. jemand dachte zuerst, er sei Eigentümer des wertvollen Pelzmantels, den er irrtümlich im Restaurant angezogen hat und gibt ihn dann nicht heraus. Ein Hund, der jemandem zugelaufen ist, wird nicht herausgegeben.

Der Strafrahmen beträgt bis zu 6 Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen. Übersteigt der Wert des Fremden Guts 5.000 Euro beträgt der Strafrahmen bis zu 2 Jahren, übersteigt der Wert 300.000 Euro beträgt der Strafrahmen 6 Monate bis 5 Jahre.


Dauernde Sachentziehung (§ 135 StGB)

Dieses Delikt begeht, wer einem andern dadurch schädigt, dass er eine fremde bewegliche Sache aus dem Verfügungsbereich des anderen entzieht, ohne sich selbst oder einem anderen zuzueignen.

Der Täter muss durch seine Handlung verhindern, dass der andere die Sache mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr wiedererlangen kann. Das Delikt unterscheidet sich vom Diebstahl darin, dass die Tathandlung keine Bereicherung umfasst. Der Strafrahmen beträgt bis zu 6 Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen. In schwereren Fällen beträgt der Strafrahmen bis zu 2 Jahren. Übersteigt der Wert der betreffenden Sache 300.000 Euro, so beträgt er 6 Monate bis 5 Jahre.


Unbefugter Gebrauch von Fahrzeugen (§ 136 StGB)

Wer ein Fahrzeug, das zum Antrieb mit Maschinenkraft eingerichtet ist (Autos, Motorräder, Motorboote, nicht: Fahrräder), ohne Einwilligung des Berechtigten in Gebrauch nimmt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

 Das Strafausmaß beträgt in schwereren Fällen 2 Jahre, zB wenn das Auto aufgebrochen wurde oder mit einem widerrechtlich erlangten Schlüssel gestartet wurde oder ein Schaden über 5.000 Euro verursacht wurde. Übersteigt der Schaden 300.000 Euro, so beträgt das Strafausmaß bis zu 3 Jahre.

Die Tat ist nicht zu bestrafen, wenn die Verfügungsberechtigung des Fahrzeugs bei einem nahen Angehörigen liegt oder wenn ihm das Fahrzeug von seinem dazu berechtigten Dienstgeber anvertraut war.


 Raub (§ 142 StGB)

Einen Raub begeht, wer mit Gewalt gegen eine Person oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben einem anderen eine fremde bewegliche Sache mit Bereicherungsvorsatz wegnimmt oder abnötigt. Der Strafrahmen liegt zwischen 1 und 10 Jahren.


Schwerer Raub (§ 143 StGB)

Wer einen Raub als Mitglied einer kriminellen Vereinigung unter Mitwirkung eines anderen Mitglieds dieser Vereinigung begeht oder wer einen Raub unter Verwendung einer Waffe verübt, ist mit Freiheitsstrafe von 1 bis zu 15 Jahren zu bestrafen.

Wird durch die ausgeübte Gewalt jemand schwer verletzt, so ist der Täter mit Freiheitsstrafe von 5 bis zu 15 Jahren zu bestrafen. Hat die Gewaltanwendung jedoch eine Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen  zur Folge, so ist der Täter mit Freiheitsstrafe von 10 bis zu 20 Jahren, hat sie aber den Tod eines Menschen zur Folge, mit Freiheitsstrafe von 10 bis zu 20 Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe zu bestrafen.


 Erpressung (§ 144 StGB)

Wer jemanden mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, die diesen oder einen anderen mit Bereicherungsvorsatz am Vermögen schädigt, ist er mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren zu bestrafen.

In schweren Fällen (§ 145 StGB) beträgt der Strafrahmen zwischen 1 und 10 Jahren.

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