Rechtsanwalt
MMag. Wolfgang Ebner

Nötigung, gefährliche Drohung, Stalking

Rechtsanwalt MMag. Wolfgang Ebner in Wien vertritt Sie bei Polizei und Gericht in Verfahren wegen Nötigung, gefährlicher Drohung oder Stalking.

Im Folgenenden finden Sie einen groben Überblick zu den einzelnen Straftatbeständen. Wenn Ihnen Nötigung, gefährlicher Drohung oder Stalking oder ein anderes Delikt vorgeworfen wird, kontaktieren Sie mich einfach wegen eines Beratungstermins.

In dringenden Fällen bin ich ständig erreichbar:
0664/919 40 92.

Nötigung (§ 105 StGB)

Eine Nötigung begeht, wer einen anderen mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung dazu bringt, eine bestimmte Handlung auszuführen, eine bestimmte Handlung zu dulden oder zu unterlassen.

Gewalt bedeutet idR die Anwendung physischer Kraft von gewisser Schwere zur Überwindung eines tatsächlichen oder erwarteten Widerstandes.

Gefährliche Drohung bedeutet eine Drohung mit schwerwiegenden Nachteilen (zB Körperverletzung, Freiheit, Vermögen, Ehre), die objektiv geeignet sind, dem Bedrohten begründete Besorgnisse einzuflößen.


 Schwere Nötigung (§ 106 StGB)

Eine „einfache Nötigung“ wird zu einer schweren Nötigung, wenn bestimmte Erschwernisse hinzukommen. Dadurch erhöht sich das Strafmaß. Eine schwere Nötigung wird begangen, wenn man

  • mit zB dem Tod, einer erheblichen Verstümmelung oder einer auffallenden Verunstaltung, einer Entführung, einer Brandstiftung oder mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz oder gesellschaftlichen Stellung droht,
  • die genötigte oder eine andere Person, gegen die sich die Gewalt oder gefährliche Drohung richtet, durch diese Mittel längere Zeit hindurch in einen qualvollen Zustand versetzt oder
  • die genötigte Person zur Prostitution oder zur Mitwirkung an einer pornographischen Darbietung oder sonst zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung veranlasst, die besonders wichtige Interessen verletzt.

Noch strenger bestraft wird eine schwere Nötigung, wenn sie einen Selbstmord oder Selbstmordversuch zur Folge hat.


 Zwangsheirat (§ 106a StGB)

Das Delikt der Zwangsheirat begeht, wer eine Person mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung oder auch nur mit der Drohung des Abbruchs oder Entzugs der familiären Kontakte zur Eheschließung zwingt.

Das Delikt der Zwangsheirat kann aber auch dadurch begangen werden, indem man eine Person in ein anderes Land bringt mit der Absicht, sie dort zu einer Ehe zu nötigen. Das Außerlandesbringen kann durch Täuschung über dieses Vorhaben, mit Gewalt, gefährliche Drohung oder Drohung mit dem Abbruch oder Entzug der familiären Kontakte oder unter Ausnutzung eines Irrtums geschehen. In diesem Fall ist es nicht erforderlich, dass es tatsächlich zu einer Eheschließung kommt.


 Gefährliche Drohung (§ 107 StGB)

Dieses Delikt begeht, wer einen anderen gefährlich bedroht, um in Furcht und Unruhe zu versetzen.

Gefährlich ist eine Drohung dann, wenn der Täter die Verletzung am Körper, Ehre, Vermögen, das Zugänglichmachen, Bekanntgeben, oder Veröffentlichen von Tatsachen oder Bildaufnahmen ankündigt und den Eindruck erweckt, dieses Übel ist alleine von seinem Willen abhängig.

Die Drohung muss auch objektiv geeignet sein, beim anderen Furcht und Unruhe zu versetzen. Wenn ein bettlägeriger Greis oder ein Kind sagt „Ich bringe Dich um“ dann ist eine gefährliche Drohung allein deswegen nicht verwirklicht.

Bei besonders schweren Fällen der gefährlichen Drohung erhöht sich das Strafmaß.


Beharrliche Verfolgung – „Stalking“ (§ 107a StGB

Dieses Delikt begeht, wenn man eine andere Person in einer Weise beharrlich verfolgt, die geeignet ist, ihre Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, indem man über einen längeren Zeitraum hindurch

  • ihre räumliche Nähe aufsucht,
  • im Wege einer Telekommunikation oder unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels oder über Dritte Kontakt zu ihr herstellt,
  • unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten Waren oder Dienstleistungen für sie bestellt oder
  • unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten Dritte veranlasst, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Strenger bestraft wird eine beharrliche Verfolgung („Stalking“), wenn sie einen Selbstmord oder Selbstmordversuch zur Folge hat.


Fortgesetzte Gewaltausübung (§ 107b StGB)

Dieses Delikt stellt die Gewaltausübung über einen längeren Zeitraum unter Strafe. Gewaltausübung bedeutet, wenn man eine andere Person misshandelt, vorsätzliche Straftaten gegen Leib und Leben (insb. Körperverletzung) oder gegen die Freiheit (insb. gefährliche Drohung oder Nötigung) begeht.

Es ist nicht eindeutig geregelt, über welchen Zeitraum die Gewaltausübung begangen werden muss. Bei durchschnittlichen Fällen wird von einem Zeitraum von drei Monaten ausgegangen. Außerdem müssen die einzelnen Taten wiederholt ausgeführt werden. Je schwerer die Taten sind, desto weniger Einzeltaten sind zur Verwirklichung dieses Delikts erforderlich.

Strenger wird fortgesetzte Gewaltausübung etwa dann bestraft, wenn sie sich gegen Kinder, Menschen mit Behinderungen oder kranke und gebrechliche Personen richtet oder eine besondere Einschränkung der Lebensführung bewirkt.


Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems – „Cybermobbing“ (§ 107c StGB)

Dieses Delikt begeht wer auf dem Wege der Telekommunikation (zB Telefonanrufe, SMS, Faxe) oder unter Verwendung eines Computersystems (zB instant messages, soziale Netzwerke wie Facebook, Webseiten oder Internetplattformen) eine Person eine längere Zeit hindurch

  • eine Person für eine größere Zahl von Menschen (jedenfalls über 10 Personen) an der Ehre verletzt oder
  • Tatsachen oder Bildaufnahmen des höchstpersönlichen Lebensbereichs einer Person ohne deren Zustimmung für eine größere Zahl von Menschen (jedenfalls über 10 Personen) wahrnehmbar macht.

Diese Handlungen müssen geeignet sein, eine Person in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen.

>>back